Metaethik

Metaethik ist eine Metatheorie der Ethik. Sie fragt beispielsweise danach, was denn ein Begriff wie „gut“ bedeuten soll, wie sich „schlecht“ von „böse“ unterscheidet oder was den moralischen Sinn der Urteile „gut/schlecht“ vom ästhetischen oder taktischen Sinn auszeichnet. Metaethik fragt auch danach, wie sich ethische Argumentationen auf ihre Stichhaltigkeit prüfen lassen und ob normative Aussagen überhaupt wissenschaftlich behandelt werden können. Dabei geschieht die metaethische Analyse moralischer und ethischer Begriffe und Argumente mit dem Anspruch, selbst keine moralische Bewertung vorzunehmen.

Metaethische Überlegungen zeichnen sich durch einen recht hohen Abstraktionsgrad aus. Je nach Konzeption sind sie eine Theorie zweiter oder dritter Ordnung. In Konzeptionen, die Moral als vortheoretische Ebene begreifen, ist Metaethik als Reflexion auf Ethik eine Theorie zweiter Ordnung. Nach der Konzeption, die hier vertreten wird, ist Moral bereits eine Theorieebene und Ethik als Moralphilosophie eine Theorie zweiter Ordnung. Metaethik reflektiert dann als dritte Ebene den gesamten Komplex von Ethos, Moral und Ethik. Die Grafik soll dabei andeuten, dass die Grenzen nicht immer scharf zu ziehen sind und die Bereiche sich überlappen und auch wechselseitig beeinflussen. Metaethische Analysen können im Lauf der Zeit auch auf das vorreflexive Ethos zurückwirken.

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Man kann fragen, ob Metaethik für eine Polizeiethik überhaupt relevant ist. Tatsächlich bewegen wir uns immer schon in einem Grenzbereich, sobald wir beginnen, über die Relevanz einer Ethik der Polizei nachzudenken:

  • Braucht es eine Polizeiethik, wenn es doch das Recht gibt?
  • Warum spielt der Begriff der „Werte“ in der Polizei eine so große Rolle und welche Funktion hat er in der polizeilichen Kommunikation?
  • Was ist unter "Werten" zu verstehen?
  • Gibt es ethische Urteilsverfahren, die für die Polizei besonders geeignet sind?

Hier sind metaethische Fragen bereits angeschnitten.