Moralspektakel
Moralspektakel ist der Titel eines Buches von Philipp Hübl, der damit eine missbräuchliche Nutzung moralischer Begriffe versteht. Er schreibt:
„Ein Moralspektakel liegt dann vor, wenn es in der moralischen Auseinandersetzung nicht um die Sache, sondern vorrangig um Selbstdarstellung geht. Etwas genauer ausgedrückt wird Moral dann zum Spektakel, wenn moralische Begriffe und Urteile nicht eingesetzt werden, um Probleme des Zusammenlebens zu lösen, echte Missstände zu beseitigen und für Gerechtigkeit zu sorgen, sondern in erster Linie für zwei andere soziale Funktionen: als Symbole für Status und Gruppenzugehörigkeit oder als Waffen, um Macht und Einfluss auszuüben oder sich gegen Angriffe und Druck von anderen zu verteidigen.“ (Hübl 2024, S. 10)