Deontologie
Deontologie bedeutet soviel wie "Lehre vom Sollen" (Im altgriechischen bedeutet das Verb δεῖ dei "man muss" oder "es ist nötig"). Die Bezeichnung hat sich etabliert für einen Ethikansatz, der von Normen, Pflichten, Prinzipien etc. ausgeht. Als eine typisch deontologische Ethik gilt die Moralphilosophie von Immanuel Kant, der diesen Begriff allerdings nicht verwendet. Weil bei Kant die "Pflicht" eine große Rolle spielt, wird die Deontologie als "Pflichtenethik" bezeichnet.
Dass Kant den Begriff nicht nutze, liegt daran, dass er erst Mitte des 19. Jahrhunderts aufgekommen ist und interessanterweise ursprünglich etwas ganz anderes meinte. Das heutige Verständnis hat sich im 20. Jahrhundert ausgebildet, und zwar ursprünglich in der Gegenüberstellung von Deontologie und Teleologie, später noch ergänzt um die Tugendethik (siehe Big Three).