Prinzipienethik

Im weiteren Sinne ist Prinzipienethik eine Ethik, die sich an Prinzipien orientiert.

Die Medizinethiker Tom L. Beauchamp und James F. Childress haben 1977 mit "Principles of Biomedical Ethics" eine Variante einer Prinzipienethik vorgelegt, die über den ursprünglichen Kontexte der der medizinischen Bioethik hinaus einflussreich geworden ist. Ihr Buch liegt mittlerweile in einer 8. Auflage vor (Beauchamp+Childress 2013).

Beauchamp und Childress haben vier ethische Prinzipien benannt, die bei bio- und medizinethische Fragen Handlungsorientierung bieten können. Ihre Konzeption stellt eine Art "ethischen Minimalismus" (Birnbacher 2013, 77) dar.

Die vier bioethische Prinzipien lauten

  • Respect for Autonomy (Respekt vor Autonomie)
  • Nonmaleficence (Nicht-Schaden)
  • Beneficence (Wohltun)
  • Justice (Gerechtigkeit)

Polizeiliche Prinzipien ließen sich vielleicht so formulieren und ergänzen:

  • Menschenwürde achten und schützen
  • Freiheitsrechte achten und schützen
  • Schaden verhindern und vermeiden
  • Gefahren abwehren und bekämpfen
  • Strafverfolgung gewährleisten
  • In Notsituationen helfen
  • Gerechtigkeit gegen jedermann üben

Neyroud+Beckley 2001 haben die Prinzipien von Beauchamp/Childress um vier weiter Begriffe polizeiethisch erweitert (251119b).