Moralischer Kompass
Moralischer Kompass meint soviel wie ein inneres, moralisches Orientierungswissen. In diesem Sinne ist moralischer Kompass gleichbedeutend mit Gewissen: eine Art inneres Gespür für das was gut und richtig oder schlecht/böse und falsch ist.
Der Philosoph Philipp Hübl (2024, S. 10) sieht den moralischen Kompass ambivalent, wenn er schreibt: „Unser moralischer Kompass ist so fein justiert wie nie zuvor“. Er meint damit, dass die westlichen Gesellschaften in hohem Maße sensibilisiert sind für moralische Fragen. Auch dieser hochempfindliche, moralische Kompass weist für Hübl in zwei entgegengesetzte Richtungen: Einerseits können moralische Begriffe dabei helfen, soziale Missstände zu benennen und nach gerechten Lösungen zu suchen. Sie können aber auch als Instrumente benutzt werden für das, was Hübl "Moralspektakel" nennt: zur moralischen Selbstdarstellung oder als Kampfbegriffe im Ringen um politische Deutungshoheit. Das Moralspektakel hat etwas dualistisches: Man selbst steht voll und ganz auf der Seite des Guten und Richtigen, die anderen auf der Seite des Bösen und Falschen.
Vgl. auch Ethik-Kompass.
Angelegt 26-03-28
Zuletzt gepflegt 26-03-28
