Argumentation
Argumentieren heißt, Gründe zu liefern. In der Philosophie gibt es mit der Logik eine eigene Disziplin, die die formale Gültigkeit von Schlussfolgerungen untersucht. Wenn in Alltagsdiskussionen eine Begründung „logisch“ oder „unlogisch“ genannt wird, ist damit in der Regel aber kein formallogischer Schluss gemeint, sondern meist „vernünftig“ im Sinne von sinnvoll und nachvollziehbar. Darauf hat sich eher die Rhetorik spezialisiert. Im Grenzbereich von Logik und Rhetorik ist in der Argumentationstheorie die informelle Logik angesiedelt. Sie spielt in politischen und moralisch-ethischen Diskussionen und Argumentationen eine größere Rolle als die formale Logik (empfehlenswert dazu Schleichert 2019, S. 24–62).
Eine Begründung soll in einer Diskussion dazu bewegen, einen erhobenen Geltungsanspruch anzuerkennen, also z. B. dass eine Behauptung wahr, ein Wert gut oder eine Handlung richtig ist ( vgl. Bayertz+Kompa 2016). Ein hilfreiches, weil einfaches Modell geht auf den Philosophen Stephen Toulmin zurück, der sich dabei juristischer Argumentationsmuster bedient (Toulmin 1996, S. 88–98). Das Toulmin-Schema stellt den Versuch dar, Elemente einer Argumentation für praktische Diskussionen zu veranschaulichen.
In Argumentationen kann auf unterschiedliche Arten von Gründen Bezug genommen werden. Der Ethik-Kompass lässt sich um zahlreiche, weitere Richtungen erweitern. Dazu zählen (vgl. Pieper 2017, S. 159–171):